Bomber-Absturz traf beinahe Poxdorf 1944


Die Geschichte von Königsfeld für Jung und Alt

© Frank Dörfler


Warum ereignete sich ein Bomber-Absturz im Jahr 1944?

Viermotoriger britischer Bomber wird mit Bomben beladen; Quelle: By Charles E. Brown [Public domain], via Wikimedia Commons

Im Jahr 1944 befand sich Deutschland im 2. Weltkrieg. Es kämpfte gleichzeitig gegen Großbritannien, Frankreich, die USA und die Sowjetunion. Große britische und amerikanische Kriegsflugzeuge griffen in diesem Krieg deutsche Städte an und warfen viele Bomben auf sie ab. Deshalb nennt man diese großen Flugzeuge „Bomber“ .

Deutsche Kampf-Flugzeuge versuchten, diese großen Bomber auf ihren Weg zu den Städten zu jagen und abzuschießen. Deshalb nennt man diese Kampf-Flugzeuge „Jagdflugzeuge“ . Für die Piloten der deutschen Jagdflugzeuge war der Angriff auf Bomber-Staffeln (=Gruppen) lebensgefährlich: Zum einen konnten sich die Bomber mit Maschinengewehren selbst verteidigen, zum anderen wurden sie meist von eigenen Jagdflugzeugen zum Schutz begleitet.

► Daher konnte es überall in Deutschland am Himmel zu gefährlichen Luftkämpfen kommen, in welchen getroffene Flugzeuge abstürzten. Genau dies geschah eines Tages im Jahr 1944 auch über dem heutigen Königsfelder Gemeindeteil Poxdorf: Große britische Bomber flogen auf dem Weg zur Großstadt Nürnberg über Poxdorf hinweg und wurden hier von deutschen Jagdflugzeugen angegriffen. Nürnberg wurde bis 1945 von Bomben schwer zerstört. 


Was genau geschah nahe bei Poxdorf?

Der Mundartdichter Peter Dorsch aus Poxdorf erlebte das Ereignis als kleiner Junge. Er erzählt darüber folgende Geschichte:
„Flugzeugabsturz bei Poxdorf
Die Nacht vom 30. auf 31. März 1944, eine Woche vor Gründonnerstag-Karfreitag, es war eine Schreckensnacht für Poxdorf.
Eine Staffel britischer Bomber befand sich im Anflug zu einem Luftangriff auf Nürnberg. Sie wurde von deutschen Jagdflugzeugen abgefangen und angegriffen. Eine Maschine wurde angeschossen, kreiste immer tiefer, mehrmals über uns und flog inzwischen stark brennend und führerlos in geringer Höhe über die Ortschaft.
Alle Leute riefen zu Tode erschrocken: „Der nimmt doch den Kirchturm und die letzten Häuser mit! “. Zirka 200 Meter außerhalb des Dorfes schlug das Flugzeug dann auf einer kleinen Anhöhe auf und hinterließ mehrere metertiefe Krater.
Die Maschine explodierte mit ihrer eigenen Bombenlast und wurde in abertausend Teile zerrissen. Alles brannte und qualmte und die mitgeführten Bomben und Munition explodierten stundenlang. Kilometerweit waren die Trümmer in den Feldern der weiten Talmulde verstreut, die dann später in wochenlanger mühevoller Kleinarbeit von deutschen Soldaten zusammengetragen und abtransportiert wurden.
Über die Piloten, die mit Sicherheit vorher ausgestiegen waren, konnte man in den Kriegswirren nichts genaues erfahren. Es war mal die Rede, dass einer in der Nähe von Drosendorf bei Bamberg tot aufgefunden wurde. Vielleicht war er zu spät ausgestiegen und der Fallschirm hatte sich nicht mehr richtig geöffnet.
Es ist nicht auszudenken, wenn das viermotorige Ungetüm, beladen mit zentnerschweren Spreng- und große Mengen an Phosphor-Brandbomben, nur wenige Meter tiefer geflogen und in die Ortschaft gestürzt wäre.
Wenn man die Absturzstelle am nächsten Tag ansah, kann man sich gut vorstellen, dass von Poxdorf und seinen Bewohnern, die zu dem Zeitpunkt meist im Freien standen, nicht mehr viel übrig geblieben wäre.
Wir danken Gott, dass wir vor gut 50 Jahren von einer großen Katastrophe verschont geblieben sind.
Peter Dorsch“

Wo befindet sich die Absturzstelle genau?

Das wird noch erforscht …

Sei gespannt! 


Kann man heute noch etwas erkennen?

Das wird noch erforscht …

Sei gespannt! 


Wie ging der 2. Weltkrieg aus?

Deutschland wurde in den 2. Weltkrieg verwickelt, als der damalige deutsche Kanzler Adolf Hitler im Jahr 1939 damit begann, unser Nachbarland Polen zu erobern. Hitler hatte in Deutschland die Demokratie abgeschafft und herrschte mit seiner Nationalsozialistische Partei (kurz: „Nazis“) ganz alleine und brutal. Er hatte vor, in Europa mit Gewalt ein riesiges deutsches Reich zu errichten. Großbritannien und Frankreich erklärten Deutschland daraufhin den Krieg, um die Eroberungen zu stoppen. Am Anfang war Deutschland erfolgreich, doch Hitler griff auch die riesige Sowjetunion an. Weiterhin erklärte er den mächtigen USA den Krieg, nachdem diese von seinem Verbündeten Japan angegriffen worden waren. Nach 6 Jahren schwerer Kämpfe wurden Deutschland und Japan im Jahr 1945 schließlich durch die Übermacht von Feinden besiegt.
Der 2. Weltkrieg brachte großes Leid über Europa und kostete vielen Millionen Menschen das Leben.


Was passierte mit Deutschland nach dem 2. Weltkrieg?

Nach 1945 wurde Deutschland von den Siegern aufgeteilt: Es entstand ein Westdeutschland (Bundesrepublik) – zu welchem auch unsere Gegend gehörte – und ein Ostdeutschland (DDR). Ein Teil des deutschen Gebietes im Osten ging auch verloren. In Westdeutschland wurde die Demokratie ab 1945 erneuert, in Ostdeutschland geschah dies erst 1989. Seit dem 3. Oktober 1990 sind West- und Ostdeutschland wieder als Bundesrepublik Deutschland vereinigt (= Tag der Deutschen Einheit). Seit dem Ende des 2. Weltkrieges leben wir Deutsche in Frieden mit unseren Nachbarländern.